Russland, Silbermedaille o.J. (1762-1796), Katharina d. Große, Bautätigkeit Fürstin Olga von Kiew
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Ein Meisterwerk aus der Zeit Katharinas der Großen – äußerst seltene Silbermedaille zur Gründung der Stadt Pskow im Jahr 947
Die Geschichte eines mächtigen Reiches, die Erinnerung an eine der bedeutendsten Herrscherinnen des frühen Russlands und die außergewöhnliche Medaillenkunst des 18. Jahrhunderts vereinen sich in dieser prachtvollen russischen Silbermedaille aus der Regierungszeit Katharinas der Großen (1762–1796). Sie gehört zur berühmten historischen Medaillenserie, den sogenannten Suitenmedaillen, mit denen die Zarin die großen Persönlichkeiten und Ereignisse der russischen Geschichte verewigen ließ. Das eindrucksvolle Stück erinnert an die Gründung der Stadt Pskow durch Fürstin Olga im Jahr 947 und verbindet dieses Ereignis mit dem Porträt ihres Sohnes, des Großfürsten Swjatoslaw I. von Kiew.
Die monumentale Silbermedaille besitzt einen außergewöhnlichen Durchmesser von 78 mm und ein beeindruckendes Raugewicht von 173,9 Gramm. Sie trägt selbst keine Jahreszahl und wird daher als „ohne Jahr“ (o. J.) geführt. Im numismatischen Standardwerk von Mikhail Diakov ist sie unter der Katalognummer 1723 verzeichnet und in der Silberausführung mit dem Seltenheitsgrad R3 – äußerst selten bewertet. Eine genaue Auflage ist nicht überliefert, da die historischen Medaillen dieser Serie häufig über längere Zeiträume auf Bestellung oder als kaiserliche Geschenke direkt in der Münzstätte St. Petersburg geprägt wurden. Aufgrund der außergewöhnlichen Seltenheitseinstufung R3 in Silber ist davon auszugehen, dass weltweit nur noch sehr wenige Dutzend Originale erhalten geblieben sind, insbesondere in dieser hervorragenden Erhaltung „fast vorzüglich“ (f.vz). Geliefert wird die mehr als zwei Jahrhunderte alte Silberrarität in einer edlen Luxus-Kassette.
Auf der Vorderseite erscheint der Großfürst Swjatoslaw I., Sohn der berühmten Fürstin Olga und des Kiewer Fürsten Igor, in einem imposanten, nach rechts gewandten Brustbild. Er trägt einen reich verzierten, antikisierenden Prunkpanzer und einen prachtvollen Helm, dessen ornamentale Gestaltung seine fürstliche Würde unterstreicht. Über seiner Schulter liegt ein kunstvoll drapiertes Gewand. Vor seiner Brust hält er einen Rundschild mit einem auffälligen strahlenförmigen Sonnenmotiv. Der lange Bart und die entschlossenen Gesichtszüge verleihen dem Herrscher eine eindrucksvolle Präsenz. Die kyrillische Umschrift „ВЕЛИКIЙ КНЯЗЬ СВЯТОСЛАВЪ СѢВЕРНОЙ И ЮЖНОЙ РОССIИ“ bezeichnet ihn als „Großfürst Swjatoslaw von Nord- und Südrussland“. Unterhalb des Brustbildes befindet sich die Signatur „Т. И.“ des bedeutenden russischen Hofmedailleurs Timofei Iwanow, der den Stempel dieser Medaillenseite schuf.
Die Rückseite zeigt eine außergewöhnlich detailreiche historische Szene, die der Gründung und Besiedlung der Stadt Pskow durch Fürstin Olga gewidmet ist. Links steht die Großfürstin in einem langen, prachtvoll gestalteten Gewand, begleitet von mehreren Frauen und Gefolgsleuten. Sie hält einen ausgebreiteten Stadtplan, den ein Mann aufmerksam betrachtet. Olga weist mit ausgestreckter Hand auf den Plan und erscheint damit als entschlossene Initiatorin des Bauvorhabens. Im Vordergrund links ist eine weitere Person mit Arbeiten beschäftigt, während sich rechts im Hintergrund eine weitläufige Landschaft mit Hügeln, Gebäuden und Befestigungsanlagen erstreckt. Hier entsteht die zukünftige Stadt Pskow. Die vielschichtige Komposition verbindet fürstliche Autorität, planvolle Bautätigkeit und die Erschließung neuer Siedlungsräume zu einem eindrucksvollen historischen Gesamtbild.
Über der Szene steht die kyrillische Inschrift „ЩЕДРО СОЗИДАЕТЪ НАСЕЛЯЕТЪ“, sinngemäß „Großzügig erbaut und besiedelt sie“. Unterhalb der Darstellung erläutert eine weitere Inschrift den Anlass: „ОЛЬГА ГРАДЪ ПСКОВЪ СОЗДА И НАСЕЛИ И ДАДЕ НА ТО ЗЛАТА И СРЕБРА ВЪ 947 ГОДУ“. Übersetzt bedeutet dies: „Olga gründete und besiedelte die Stadt Pskow und gab dafür Gold und Silber im Jahr 947.“ Auf der Trennlinie zwischen Bild und Inschrift befindet sich die Signatur „С. ЮДИН“ des Hofmedailleurs Samaila Judin, der für die kunstvolle Gestaltung dieser Medaillenseite verantwortlich war. Die kleine Zahl „56“ rechts unterhalb der Szene kennzeichnet die Medaille als 56. Ausgabe innerhalb der chronologisch angelegten historischen Serie.
Fürstin Olga von Kiew gehört zu den faszinierendsten Herrscherpersönlichkeiten der frühen russischen Geschichte. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Gemahls Igor im Jahr 945 übernahm sie die Regentschaft für ihren noch minderjährigen Sohn Swjatoslaw. In einer Zeit, die von Machtkämpfen zwischen Fürsten, kriegerischen Auseinandersetzungen und dem Aufbau territorialer Herrschaft geprägt war, erwies sie sich als entschlossene und politisch geschickte Regentin. Sie festigte die fürstliche Autorität, ordnete die Erhebung von Abgaben neu und stärkte die Verwaltungsstrukturen der Kiewer Rus. Damit schuf sie wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung des ostslawischen Herrschaftsverbandes.
Eine besondere Rolle nimmt Olga auch in der Geschichte der Stadt Pskow ein. Der Überlieferung zufolge war sie eng mit der Region verbunden und förderte dort den Aufbau einer befestigten Siedlung. Die auf der Medaille genannte Jahreszahl 947 geht auf die historische Tradition zurück, die Olga mit der Gründung beziehungsweise dem Ausbau Pskows verbindet. Tatsächlich reichen die Siedlungsspuren der Stadt weiter zurück. Die Medaille zeigt somit nicht eine im modernen Sinne gesicherte Stadtgründung, sondern die im 18. Jahrhundert gepflegte historische Vorstellung von Olga als Gründerin und Förderin Pskows.
Olga war darüber hinaus eine Wegbereiterin der Christianisierung der Kiewer Rus. Während große Teile der ostslawischen Bevölkerung noch traditionellen Glaubensvorstellungen folgten, nahm sie selbst das Christentum an. Ihr Übertritt zum christlichen Glauben, der gewöhnlich in die Mitte des 10. Jahrhunderts datiert wird, machte sie zu einer der ersten christlichen Herrscherpersönlichkeiten der Rus. Ihr Sohn Swjatoslaw hielt dagegen am traditionellen Glauben fest und wurde vor allem durch seine erfolgreichen Feldzüge gegen benachbarte Reiche bekannt. Erst unter Olgas Enkel Wladimir I. erfolgte 988 die umfassende Christianisierung der Kiewer Rus. In der orthodoxen Kirche wird Olga bis heute als Heilige verehrt.
Mehr als acht Jahrhunderte später griff Katharina die Große diese frühe Geschichte bewusst wieder auf. Die seit 1762 regierende Zarin wollte Russland nicht nur politisch und militärisch zu einer europäischen Großmacht formen, sondern auch dessen Vergangenheit als zusammenhängende Geschichte eines mächtigen Reiches darstellen lassen. Dazu ließ sie eine umfangreiche Folge historischer Medaillen schaffen, die von den frühen Fürsten der Kiewer Rus über die Herrscher der nachfolgenden Jahrhunderte bis zur jüngeren russischen Geschichte führte. Jede einzelne Prägung sollte bedeutende Persönlichkeiten, politische Entscheidungen und historische Ereignisse für die Nachwelt festhalten.
Diese historischen Suitenmedaillen waren damit weit mehr als kunstvolle Erinnerungsstücke. Sie dienten zugleich der Darstellung einer langen und vermeintlich ungebrochenen russischen Herrschaftstradition. Indem Katharina die Geschichte der Kiewer Rus als Ursprung des späteren Russischen Reiches präsentieren ließ, unterstrich sie die historische Legitimität ihrer eigenen Herrschaft. Die monumentalen Medaillen verbanden politische Geschichtsschreibung mit höchster künstlerischer Qualität und gehörten zu den anspruchsvollsten numismatischen Projekten des russischen 18. Jahrhunderts.
Gerade die Darstellung Fürstin Olgas besitzt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung. Wie Katharina Jahrhunderte später stand auch Olga als Frau an der Spitze eines großen Herrschaftsgebietes. Beide Herrscherinnen wurden mit der Festigung staatlicher Strukturen, der Förderung von Städten und der Ausübung politischer Autorität verbunden. Indem die Medaille Olga als großzügige Bauherrin zeigt, die Gold und Silber für die Gründung und Besiedlung Pskows bereitstellt, entsteht ein bemerkenswerter historischer Bezug zur Regierungszeit Katharinas. Auch die Zarin förderte zahlreiche Stadtgründungen, Verwaltungsreformen und umfangreiche Bauprojekte. Die Erinnerung an Olga ließ sich somit als frühes Vorbild einer starken, gestaltenden Herrscherin verstehen.
Zur außergewöhnlichen Bedeutung dieser Medaille trägt auch ihre künstlerische Ausführung durch zwei bedeutende russische Hofmedailleure bei. Timofei Iwanow schuf das ausdrucksstarke Herrscherporträt auf der Vorderseite, während Samaila Judin die vielgestaltige historische Szene der Rückseite gestaltete. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zwischen dem monumentalen Brustbild Swjatoslaws und der erzählerisch angelegten Darstellung seiner Mutter Olga. Beide Seiten ergänzen sich zu einem eindrucksvollen Zeugnis dynastischer Erinnerungskultur und demonstrieren zugleich die hohe Kunstfertigkeit der russischen Medaillenprägung unter Katharina der Großen.
Mit ihrem imposanten Silberformat von 78 mm, dem Gewicht von nahezu 174 Gramm, der kunstvollen Gestaltung und der herausragenden Seltenheitseinstufung R3 gehört diese historische Suitenmedaille zu den außergewöhnlichen Zeugnissen russischer Geschichte. Sie vereint die Erinnerung an die Anfänge der Kiewer Rus mit dem politischen Selbstverständnis einer der mächtigsten Herrscherinnen Europas und bewahrt damit ein faszinierendes Kapitel der europäischen Geschichte in einem mehr als 200 Jahre alten Original.
Bestellen Sie diese äußerst seltene russische Silbermedaille aus der Zeit Katharinas der Großen deshalb am besten noch heute – denn ein solches monumentales Original der berühmten historischen Suitenmedaillen können wir Ihnen nur ein einziges Mal anbieten!
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| Ausgabeland: | Russland |
| Durchmesser (mm): | 78.0 |
| Erhaltung: | (f.vz) fast vorzüglich |
| Feinheit: | - |
| Material: | Silber |
| Raugewicht (g): | 173,9 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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