Königreich Sachsen, Silbermedaille o.J. (1818), 50. Reg.-Jub. & Gold. Hochzeit Friedrich August I.
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Zwei goldene Jubiläen des sächsischen Königspaares – monumentale Silbermedaille von 1818/19
Ein halbes Jahrhundert an der Spitze Sachsens und 50 gemeinsame Ehejahre: Gleich zwei außergewöhnliche Jubiläen von König Friedrich August I. von Sachsen und Königin Maria Amalie Auguste vereint diese monumentale Silbermedaille. Sie entstand anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums Friedrich Augusts im Jahr 1818 und der Goldenen Hochzeit des Königspaares 1819 – und wurde von den Ständen des Königreichs Sachsen in Auftrag gegeben.
Die historische Großmedaille wurde aus Silber geprägt und beeindruckt mit einem außergewöhnlich großen Durchmesser von 72 mm. Da sie selbst kein Ausgabejahr trägt, wird sie „ohne Jahr“ (o. J.) geführt und dem Doppeljubiläum von 1818/19 zugeordnet. In der hervorragenden Erhaltung „fast vorzüglich“ (f.vz) begeistert das mehr als 200 Jahre alte Original mit eindrucksvoll erhaltenen Details und den großformatig ausgearbeiteten Reliefs. Entworfen und geschnitten wurde die Medaille von dem bekannten sächsischen Medailleur Karl Wilhelm Höckner.
Auf der Vorderseite erscheinen die nach rechts gewandten, gestaffelten Brustbilder des Königspaares im Festornat. Friedrich August steht im Vordergrund, hinter ihm ist seine Gemahlin Maria Amalie Auguste mit Diadem und Perlenschmuck dargestellt. Die lateinische Inschrift „FRIDERICUS AUGUSTUS REX SAXONIAE * AMALIA AUGUSTA REGINA“ über dem Motiv nennt beide Herrscher mit ihren königlichen Titeln. Im unteren Bereich folgen die beiden für den Anlass entscheidenden Daten „XV SEPT: MDCCLXVIII * XVII IAN: MDCCLXIX“ – der 15. September 1768 und der 17. Januar 1769. Unterhalb des Brustbildes Friedrich Augusts befindet sich die Signatur „HOECKNER F.“ des Medailleurs.
Besonders symbolreich ist die Rückseite gestaltet: Im Zentrum steht ein antiker Altar vor einer großen Palme. Links steht die personifizierte Saxonia mit Mauerkrone und hält den sächsischen Wappenschild. Rechts erscheint der geflügelte Hymenaios, der antike Gott der Hochzeit, mit einer Fackel im Arm. Gemeinsam legen beide einen Kranz auf dem Altar nieder. Dessen Inschrift „OPTIMIS PRINCIPIBUS“ bedeutet „Den besten Fürsten“. Über dem Motiv verweist der Schriftzug „QUINTIS DECENNALIBUS IMPERII PATERNI CONIUGII SANCTI“ auf das fünfte Jahrzehnt der väterlichen Regierung und der geheiligten Ehe. Unterhalb der Darstellung steht „ORDINUM REGNI PIETAS“ – sinngemäß „Die Ergebenheit der Stände des Königreichs“. Damit nennt die Medaille zugleich ihre Auftraggeber.
Hinter diesem Doppeljubiläum stand eine außergewöhnlich lange Herrschaft. Friedrich August war nach dem frühen Tod seines Vaters Friedrich Christian zunächst noch minderjährig gewesen und hatte unter der Vormundschaft seines Onkels Prinz Xaver gestanden. 1768 übernahm er selbst die Regierung in Kursachsen. 1806 erlebte er einen tiefgreifenden Einschnitt in der sächsischen Geschichte: Aus dem Kurfürstentum wurde das Königreich Sachsen, und aus Kurfürst Friedrich August III. wurde König Friedrich August I.
Nur wenige Monate nach der Übernahme der Regierung heiratete Friedrich August am 17. Januar 1769 Maria Amalie Auguste von Pfalz-Zweibrücken. 1818 konnte er somit auf 50 Jahre eigener Regierung zurückblicken, Anfang 1819 folgte das 50-jährige Ehejubiläum des Königspaares. Zeitgenössische Quellen beschreiben insbesondere das Regierungsjubiläum als Ausdruck der großen Verbundenheit, die Friedrich August nach den schweren politischen Umbrüchen der napoleonischen Zeit in Sachsen entgegengebracht wurde.
Gerade die Jahre unmittelbar vor den Jubiläen waren für Sachsen einschneidend gewesen. Friedrich August hatte als Verbündeter Napoleons nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 seine Freiheit verloren und konnte erst 1815 nach Sachsen zurückkehren. Infolge des Wiener Kongresses musste sein Königreich erhebliche Gebietsverluste hinnehmen. Vor diesem Hintergrund erhielt das 50-jährige Regierungsjubiläum 1818 eine besondere historische Bedeutung.
Die Medaille erinnert damit an ein Doppeljubiläum, das unmittelbar auf eine der bewegtesten Phasen der sächsischen Geschichte folgte, und bewahrt dieses außergewöhnliche Ereignis auch noch über 200 Jahre später!
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| Ausgabejahr: | 1818 |
| Ausgabeland: | Königreich Sachsen |
| Durchmesser (mm): | 72.0 |
| Erhaltung: | (f.vz) fast vorzüglich |
| Feinheit: | - |
| Material: | Silber |
| Raugewicht (g): | 124 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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