Raugewicht
Das Raugewicht, auch als Bruttogewicht oder in älteren Quellen als Rauhgewicht bezeichnet, gibt das Gesamtgewicht einer Münze, eines Barrens oder eines Schmuckstücks an – also die Summe aus dem enthaltenen Edelmetall und den beigemischten Metallen. Es wird in Gramm oder Feinunzen angegeben und umfasst somit sowohl das Feingewicht (den Anteil an reinem Gold, Silber oder Platin) als auch den Anteil an anderen Legierungsmetallen wie etwa Kupfer.
Besonders bei Anlagemünzen und historischen Kurantmünzen ist das Raugewicht eine wichtige Kenngröße. Es erlaubt Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Münze, sofern der Feingehalt bekannt ist – also das Verhältnis zwischen Feingewicht und Raugewicht, das meist in Promille (z. B. 900/1000) angegeben wird.
Ein Beispiel: Eine historische Goldmünze mit einem Raugewicht von 10 g und einem Feingehalt von 900/1000 enthält 9 g reines Gold (Feingewicht) und 1 g Kupfer oder ein anderes Legierungsmetall. Diese Beimischungen dienen oft der Härtung des Materials, da reines Gold oder Silber für den Umlauf zu weich wäre.
Im Münzwesen vergangener Jahrhunderte wurde das Raugewicht durch den sogenannten Münzfuß geregelt. Dieser legte fest, wie viele Münzen aus einer bestimmten Gewichtseinheit des Edelmetalls geprägt werden durften – ein System, das über Jahrhunderte hinweg die Geldwertstabilität sichern sollte.
Heute ist das Raugewicht besonders bei Anlageprodukten wie Gold- und Silberbarren sowie bei modernen Bullionmünzen relevant, da es – zusammen mit dem Feingehalt – die tatsächliche Edelmetallmenge und somit den Marktwert bestimmt. Wer also in Edelmetalle investiert oder Münzen sammelt, sollte stets zwischen Raugewicht, Feingewicht und Feingehalt unterscheiden können.