Kurfürstentum Sachsen, Silbermedaille 1726, Errichtung Frauenkirche Dresden - Silber
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Der Grundstein für ein Dresdner Wahrzeichen – die seltene Silbermedaille von 1726 zur Frauenkirche
Am 26. August 1726 wurde in Dresden der Grundstein für ein Bauwerk gelegt, das später zu einem der berühmtesten Wahrzeichen der Stadt werden sollte: die Frauenkirche. Noch im selben Jahr entstand unter Kurfürst Friedrich August I., August dem Starken, diese eindrucksvolle Silbermedaille auf die Grundsteinlegung und Errichtung des neuen Gotteshauses. Damit hält sie den Beginn der Geschichte des berühmten barocken Kuppelbaus unmittelbar in Silber fest.
Die historische Originalmedaille wurde 1726 im Kurfürstentum Sachsen aus Silber geprägt und besitzt einen imposanten Durchmesser von 55 mm. Mit einer ursprünglichen Auflage von lediglich 150 Exemplaren zählt sie heute zu den großen numismatischen Raritäten ihrer Zeit und wird entsprechend als sehr selten geführt. In der hervorragenden Erhaltung „sehr schön / vorzüglich“ (ss/vz) begeistert das rund 300 Jahre alte Original mit klar ausgeprägten Motiven und eindrucksvoll erhaltenen Details. Gestaltet wurde die Medaille von dem Dresdner Medailleur Johann Wilhelm Höckner, dessen Signatur „HOECKNER FEC.“ unterhalb der Kirchendarstellung zu erkennen ist.
Auf der Vorderseite erhebt sich die Dresdner Frauenkirche mit ihrer mächtigen Kuppel und dem darüber aufragenden Turm. Höckner stellte dabei nicht das erst Jahre später vollendete Bauwerk dar, sondern griff auf einen Entwurf des Architekten George Bähr zurück. Die lateinische Umschrift „PERFICETVR OPVS DIVINO NVMINE COEPTVM“ bedeutet sinngemäß: „Es wird das durch göttliche Vorsehung begonnene Werk vollendet werden.“ Unterhalb der Kirche befindet sich die Signatur des Medailleurs.
Rückseitig beherrscht eine ausführliche 17-zeilige lateinische Inschrift nahezu die gesamte Medaillenfläche. Sie lautet: „D. O. M. S. / AVGVSTO. AVSPICIO / POTENTISS. POLON. REGIS / ET. SERENISS. ELECT. SAXON / FRIDERICI. AVGVSTI / AEDES. A. B. VIRG. DICTA / CRESCENTEM. SACRA. FREQVEN / TANTIVM. NVMERVM / VIX. AMPLIVS. CAPTVRA / ET. VETVSTATE. FERME. COLLAPSA / PRIMO. FABRICAE. NOVAE. LAPIDE / D. XXVI. AVGVST. MDCCXXVI / SOLLEMNI. RITV. IACTO / INSTAVRARI. EXTRVIQVE / COEPTA / CVRANTE. CIVIT. DRESD / SENATV“. Auf Deutsch bedeutet sie: „Gott, dem Besten und Größten, geweiht. Unter den erhabenen Auspizien (Schirmherrschaft) des mächtigsten Königs von Polen und durchlauchtigsten Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August, hat das nach der seligen Jungfrau benannte Gotteshaus, welches die wachsende Zahl der dort zum Gottesdienst Zusammenkommenden kaum mehr fassen konnte und durch Altersschwäche fast eingestürzt war, nach feierlicher Legung des ersten Steins für den Neubau am 26. August 1726 begonnen, wiederhergestellt und aufgebaut zu werden – unter der Sorge des Rates der Stadt Dresden.“ Damit dokumentiert die Medaille nicht nur den Anlass, sondern nennt sogar das exakte Datum jenes Ereignisses, für das sie vor drei Jahrhunderten geschaffen wurde.
Die alte Dresdner Frauenkirche war zu Beginn des 18. Jahrhunderts tatsächlich zu klein und befand sich in einem schlechten baulichen Zustand. Bereits 1722 beschloss der Dresdner Rat deshalb einen Neubau und beauftragte den Ratszimmermeister und Architekten George Bähr mit den Planungen. Nach mehreren Entwürfen wurde 1726 schließlich der Weg für den barocken Neubau frei. Während bereits an der neuen Kirche gearbeitet wurde, fanden in Teilen des alten Gotteshauses zunächst noch Gottesdienste statt.
Bis 1743 entstand nach Bährs Plänen die neue Frauenkirche mit ihrer monumentalen steinernen Kuppel. Sie wurde zu einem herausragenden Bestandteil des barocken Dresden, das unter August dem Starken und seinem Sohn Friedrich August II. sein berühmtes Erscheinungsbild erhielt. Die gewaltige Kuppel prägte fortan die Silhouette der Stadt und machte die Frauenkirche zu einem der bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten Europas.
Umso bemerkenswerter ist, dass die Medaille von 1726 dieses später weltberühmte Bauwerk bereits ganz am Anfang seiner Geschichte dokumentiert. Aufgrund der historischen Bedeutung der Frauenkirche wurde Höckners Motiv später mehrfach nachgeprägt und reproduziert. So sind beispielsweise moderne Neuprägungen in Kaiserzinn mit demselben Kirchenmotiv und der 17-zeiligen Rückseiteninschrift bekannt. Die echten Silbermedaillen aus dem Jahr 1726 sind davon klar zu unterscheiden – und aufgrund ihrer winzigen ursprünglichen Auflage heute eine numismatische Rarität.
Rund 300 Jahre nach der Grundsteinlegung verbindet dieses seltene Original damit sächsische Geschichte, barocke Baukunst und die Entstehung eines der bekanntesten Wahrzeichen Dresdens in einem außergewöhnlichen Zeitzeugnis.
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| Ausgabejahr: | 1726 |
| Ausgabeland: | Kurfürstentum Sachsen |
| Durchmesser (mm): | 55.0 |
| Erhaltung: | (ss/vz) Sehr schön / vorzüglich |
| Feinheit: | Keine Angabe |
| Material: | Silber |
| Raugewicht (g): | 58,4 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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