Schraubtaler / Stecktaler
Diese Taler entstanden aus den Schraubmedaillen und ähnelten flachen Metalldosen, deren beiden Hälften meist als Hohlprägungen gefertigt waren. Eine Hälfte hatte einen etwas größeren Durchmesser, sodass die beiden Teile zusammengesteckt werden konnten. Die Herstellung solcher Geschichtstaler war einfacher und kostengünstiger als die nachträgliche Umarbeitung einer Münze oder Medaille. Angefertigt wurden solche Stecktaler und Schraubmedaillen seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – ihre erste Hochphase erreichten sie nach den Befreiungskriegen 1813/15, als sie Bildserien von Schlachten und Feldherren enthielten. Im Ersten Weltkrieg wurde die Idee der Geschichtstaler 1916 erneut aufgegriffen, als der Künstler Richard Klein den „Bayern-Thaler“ schuf, der 30 Einlagebilder enthielt. Bayerns letzter König Ludwig III. (1913-1918) ließ diese speziellen Taler zum Andenken an „den großen Krieg“ herstellen, um Kriegsgeschädigten und Hinterbliebenen zu helfen. Der Innenteil dieser Taler zeigte lithografische Darstellungen von Heerführern, Kriegsereignissen und Schlachten.