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Falschmünzerei

Als Falschmünzerei bezeichnet man die illegale und strafbare Nachahmung gesetzlich gültiger Zahlungsmittel mit dem Ziel, diese als echtes Geld in Umlauf zu bringen. Sie ist strikt von der bloßen Herstellung historischer Nachbildungen für Sammlerzwecke zu unterscheiden, bei der keine Täuschung im Zahlungsverkehr beabsichtigt ist. Falschmünzerei richtet sich nicht nur gegen den Geldverkehr, sondern historisch betrachtet vor allem gegen die Münzhoheit des jeweiligen Herrschers.

Das Delikt ist so alt wie das Geld selbst. Bereits im antiken Griechenland und im Römischen Reich stand die Geldfälschung unter schweren Strafen. In der Antike erfolgte sie häufig durch Nachgüsse aus minderwertigen Metalllegierungen bei reduziertem Gewicht. Besonders während der Wirtschafts- und Währungskrisen des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurden Fälschungen in größerem Umfang hergestellt, etwa mithilfe von Tonformen, die zu Serien zusammengefügt wurden. Verwendet wurden Blei-Zinn-Silber-Legierungen, deren schlechtere Haltbarkeit viele dieser Stücke heute für Numismatiker erkennbar macht.

Im Mittelalter und in der Neuzeit bediente man sich raffinierterer Methoden. Unedlen Metallen wurde beispielsweise Arsen beigemischt, um einen silbrigen Glanz zu erzeugen. Auch Techniken wie Feuerversilberung, Feuervergoldung oder Plattierung kamen zum Einsatz, um minderwertige Kerne mit einer dünnen Edelmetallschicht zu überziehen. Mit der Einführung des Papiergeldes weitete sich die Falschmünzerei auf Banknoten aus – sogenannte „Blüten“. Selbst die Assignaten der Französischen Revolution wurden trotz ihres raschen Wertverfalls in großen Mengen gefälscht.

Mitunter bewegte sich Falschmünzerei in einer Grauzone staatlicher Duldung oder Förderung. So wurden im 18. Jahrhundert im englischen Birmingham in großem Stil Münzen des europäischen Festlands in verschlechtertem Münzfuß nachgeahmt und über Handelswege verbreitet. Auch die sogenannten „Ephraimiten“ unter Friedrich dem Großen stellen ein Beispiel für staatlich gelenkte Münzverschlechterung dar.

Die Strafen für Falschmünzerei waren über Jahrhunderte hinweg äußerst hart. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit drohten Verstümmelungen, Verbrennung oder andere grausame Todesstrafen, da das Vergehen als Angriff auf die Herrschaftsrechte des Münzherrn galt. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich unter dem Einfluss der Aufklärung eine humanere Strafpraxis durch. Heute wird Geldfälschung als schweres Wirtschaftsdelikt verfolgt und in Deutschland mit empfindlichen Freiheits- oder Geldstrafen geahndet.

Für die Numismatik ist die Falschmünzerei ein bedeutendes Forschungsfeld: Sie gibt Einblick in wirtschaftliche Krisen, technische Fertigkeiten und das Spannungsverhältnis zwischen Vertrauen, Macht und Geld.

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