Drittes Reich, Generalgouvernement Polen, Groszy-Satz 1923-1944 (4 Mz.)
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Vier historische Groszy-Münzen aus dem Generalgouvernement Polen – ein außergewöhnlicher Münzsatz aus dem Zweiten Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg und eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte. Während der nationalsozialistischen Besatzung veränderte sich nicht nur das Leben der polnischen Bevölkerung grundlegend, sondern auch das Geldwesen des Landes. Ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Zeit ist der historische Groszy-Komplettsatz aus dem Generalgouvernement Polen, der alle vier Münzwerte zu 1, 5, 10 und 20 Groszy vereint. Die Originalmünzen erzählen von wirtschaftlicher Not, Materialknappheit und einer bemerkenswerten Besonderheit: Selbst unter deutscher Besatzung blieb der gekrönte polnische Adler auf den Münzen erhalten.
Der seltene Komplettsatz umfasst vier historische Zinkmünzen, die während des Zweiten Weltkriegs nach älteren polnischen Münzentwürfen hergestellt wurden. Enthalten sind 1 Grosz (Jaeger 624), 10 Groszy (Jaeger 625), 20 Groszy (Jaeger 626) und 5 Groszy mit Loch (Jaeger 628). Ursprünglich waren diese Münztypen ab 1923 für die Zweite Polnische Republik entwickelt worden. Während der Besatzungszeit ersetzte jedoch einfaches Zink die zuvor verwendeten wertvolleren Münzmetalle. Dadurch erhielten die Stücke ihre charakteristische dunkelgraue, matte Oberfläche. In der Erhaltung „sehr schön“ (ss) begeistern die historischen Originale mit gut erkennbaren Münzbildern und Inschriften sowie den typischen Spuren ihres jahrzehntelangen Alters.
Die Vorderseiten der vier Münzen zeigen die jeweilige Wertzahl und die Währungsbezeichnung „GROSZ“ beziehungsweise „GROSZY“. Die 1- und 5-Groszy-Münzen zeichnen sich durch ihre großen Wertzahlen und schwungvollen Pflanzenornamente aus, wobei das 5-Groszy-Stück durch sein charakteristisches Loch in der Münzmitte besonders auffällt. Die größeren Werte zu 10 und 20 Groszy zeigen hingegen kunstvolle Blätterkränze, welche die Wertangaben umrahmen. Allen vier Ausgaben gemeinsam ist die markante, vom Jugendstil beeinflusste Schriftgestaltung, die auf die ursprünglichen Münzentwürfe von 1923 zurückgeht.
Auf den Rückseiten ist der gekrönte polnische Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen dargestellt. Umgeben wird das Nationalwappen von der Umschrift „RZECZPOSPOLITA POLSKA“ (Republik Polen) und der jeweiligen Jahreszahl. Eine besondere historische Kuriosität stellen die 10- und 20-Groszy-Münzen dar: Obwohl sie während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 hergestellt wurden, tragen sie weiterhin die Jahreszahl 1923. Die Besatzungsbehörden griffen auf die bestehenden Münzbilder der 1920er Jahre zurück, anstatt neue Entwürfe anfertigen zu lassen. So blieb auf diesen Münzen die Erinnerung an die unabhängige Zweite Polnische Republik sichtbar.
Besonders bemerkenswert ist, dass der polnische Adler mit seiner Krone trotz der nationalsozialistischen Unterdrückung polnischer Staatssymbole auf den Münzen erhalten blieb. Die Beibehaltung der vertrauten Gestaltung erleichterte die Akzeptanz des Geldes im täglichen Zahlungsverkehr. Unterhalb des Adlers, zu den Seiten, befinden sich zudem die kleinen Initialen „W J“ des polnischen Künstlers und Designers Wojciech Jastrzębowski, der die ursprünglichen Münzbilder geschaffen hatte. Dass sein Name und das offizielle Zeichen der Warschauer Münzstätte (die Mennica Warszawska) während der gesamten Besatzungszeit auf dem Geld geprägt wurden, war für den polnischen Widerstand ein wichtiges Symbol des Fortbestehens ihrer Identität – sie erinnern bis heute an die eigenständige polnische Münztradition.
Eine außergewöhnliche Besonderheit innerhalb des Satzes ist die 5-Groszy-Münze mit ihrem zentralen Loch. Während die ursprünglichen Vorkriegsausgaben dieses Münztyps aus Bronze bestanden und geschlossen waren, wurde die spätere Zinkausführung mit einer Öffnung versehen. Sie sparte Material und machte die Münze im Alltag leichter von den älteren Ausgaben unterscheidbar. Vereinzelt entstanden bei der Herstellung sogar Fehlprägungen ohne das vorgesehene Loch. Solche geschlossenen 5-Groszy-Zinkmünzen zählen heute zu den besonders gesuchten Raritäten dieses Sammelgebiets.
Die Verwendung von Zink war eine unmittelbare Folge der Kriegswirtschaft. Kupfer und Nickel wurden zunehmend für die Rüstungsproduktion benötigt, weshalb man bei zahlreichen Umlaufmünzen auf kostengünstigere Ersatzmetalle auswich. Zink erwies sich allerdings als empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und ungünstigen Lagerbedingungen. Durch Korrosion konnten sich auf den Münzen helle Ablagerungen und erhebliche Oberflächenschäden bilden. Gut erhaltene Exemplare sind deshalb besonders interessant, da viele Stücke im Laufe der Jahrzehnte deutliche Materialveränderungen erlitten haben. Die Materialknappheit war jedoch nur eine der zahlreichen Folgen der deutschen Besatzung Polens, unter der die Bevölkerung schwer zu leiden hatte.
Im Oktober 1939 wurde nach der deutschen Besetzung Polens das sogenannte Generalgouvernement eingerichtet. Anders als die unmittelbar dem Deutschen Reich angegliederten polnischen Gebiete stand es unter einer eigenen deutschen Besatzungsverwaltung. Die Bevölkerung war einer brutalen Unterdrückungs- und Ausbeutungspolitik ausgesetzt. Auf dem Gebiet des besetzten Polens errichteten die Nationalsozialisten zudem zahlreiche Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager, darunter Auschwitz-Birkenau, Treblinka und Sobibór. Die Groszy-Münzen erinnern damit an eine Epoche, deren historische Bedeutung weit über die Geldgeschichte hinausreicht.
Heute bildet der Komplettsatz mit allen vier Groszy-Werten ein eindrucksvolles Zeugnis der polnischen Münzgeschichte während des Zweiten Weltkriegs.
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| Ausgabeland: | Drittes Reich |
| Erhaltung: | (ss) Sehr schön |
| Feinheit: | (-) |
| Material: | Zink |
| Prägezeitraum von: | 1923 |
| Prägezeitraum bis: | 1944 |
| Raugewicht (g): | 7,8 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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