Abtei Hersfeld, 1/2 Reichstaler 1621, Wilhelm V. von Hessen-Kassel als Administrator, Silber
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Eine numismatische Rarität ersten Ranges
Ein über 400 Jahre alter Silberschatz von außergewöhnlicher Seltenheit, geprägt in einer der dramatischsten Epochen der deutschen Geschichte: Der ½ Reichstaler von 1621 aus der Reichsabtei Hersfeld zählt zu jenen numismatischen Kostbarkeiten, die selbst in bedeutenden Sammlungen nur äußerst selten anzutreffen sind. Entstanden in den Anfangsjahren des Dreißigjährigen Krieges, vereint diese außergewöhnliche Münze höchste historische Bedeutung mit einer faszinierenden Symbolsprache. Besonders eindrucksvoll ist die geheimnisvolle Schwurhand mit einem Auge im Handteller, begleitet von einer lateinischen Mahnung, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat: „FIDE SED CUI VIDE“ – „Trau, schau wem!“
Der ½ Reichstaler wurde 1621 mit einem Raugewicht von rund 14,5 Gramm aus Silber geprägt – vermutlich in der Münzstätte Kassel. Die Ausgabe entstand unter Wilhelm V. von Hessen-Kassel, der als Administrator der Reichsabtei Hersfeld die landesherrlichen Rechte ausübte. Das über 400 Jahre alte Original begeistert in der herausragenden Erhaltung „vorzüglich plus“ (vz+) mit sehr gut erhaltenen Münzbildern und fast makellosen Details. Die außerordentliche Seltenheit des ½ Reichstalers ist in der numismatischen Fachliteratur und im internationalen Auktionshandel dokumentiert. Unter den Katalogreferenzen Schütz 719, Müller 2130 und Sammlung Opitz 2029 wird dieser Münztyp als Rarität ersten Ranges geführt. Seine ursprüngliche Auflage ist nicht überliefert; da es sich jedoch um eine kriegsbedingte Sonderprägung handelte und Silbermünzen im Laufe des Krieges massenhaft eingeschmolzen wurden, haben weltweit nur vereinzelte Exemplare in Museen und hochkarätigen Privatsammlungen überlebt. Dieses außergewöhnliche Original wird in einer hochwertigen Luxus-Kassette inklusive Echtheitszertifikat geliefert.
Die Vorderseite zeigt ein prächtiges, von einem Fürstenmantel umgebenes zweifeldiges Wappen, über dem eine reich verzierte geistliche Mitra (Bischofsmütze) thront. Flankiert wird die Darstellung von einem Krummstab als Zeichen der geistlichen Würde des Administrators. Im linken Feld (aus Sicht des Betrachters) erscheint das Hersfelder Doppelkreuz, auch Lulluskreuz genannt, während das rechte Feld den gekrönten hessischen Löwen zeigt. Damit vereint das Wappen die geistliche Tradition der Reichsabtei mit dem weltlichen Herrschaftsanspruch des Hauses Hessen-Kassel. Die abgekürzte lateinische Umschrift „GUILIELMUS D : G : P : A : D : H : L : H :“ heißt ausgeschrieben „Guilielmus Dei Gratia Postulatus Administrator Domus Hersfeldiae Landgravius Hassiae“ und bedeutet übersetzt „Wilhelm, von Gottes Gnaden postulierter Administrator des Hauses Hersfeld, Landgraf von Hessen“.
Noch außergewöhnlicher ist die Rückseite: Aus einem Wolkenband erhebt sich eine zum Schwur ausgestreckte Hand, in deren Handfläche ein geöffnetes Auge erscheint. Dieses geheimnisvolle Motiv verkörpert das Auge der göttlichen Vorsehung: Gott sieht alles und erkennt selbst jene Absichten, die den Menschen verborgen bleiben. Die lateinische Umschrift „FIDE · SED · CUI · VIDE · 1621“ lässt sich mit „Trau, schau wem!“ übersetzen. Gemeinsam bilden Motiv und Schrift eine eindringliche Mahnung vor falschen Treueschwüren, Verrat und Täuschung – eine Botschaft von bemerkenswerter politischer Brisanz.
Wie konkret diese Warnung gemeint gewesen sein könnte, zeigt eine historische Deutung des Numismatikers Jacob Christoph Carl Hoffmeister. Er vermutete, dass sich der Münzspruch auf Nicolaus Selig, den damaligen Propst der Abtei Hersfeld, bezog. Dieser hatte dem protestantischen Administrator Wilhelm zwar formell die Treue geschworen, stand jedoch im Verdacht, insgeheim im Dienst der katholischen kaiserlichen Partei („den Papisten“) zu spionieren. Papst Clemens VIII. soll ihm sogar die Nachfolge als Abt in Aussicht gestellt haben. Nach Hoffmeisters Interpretation verweist die Schwurhand auf Seligs Treueversprechen, während das Auge im Handteller sein verborgenes Doppelspiel symbolisiert. Damit könnte der Halbtaler nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern zugleich eine gezielte politische Botschaft gewesen sein.
Auch die Person des Münzherrn verleiht dieser Ausgabe besondere historische Bedeutung. Wilhelm V., später als „der Beständige“ bekannt, übernahm 1617 nach dem Tod seines Bruders Otto die Administration der Reichsabtei Hersfeld. Erst 1627 folgte er seinem Vater Moritz als regierender Landgraf von Hessen-Kassel nach. Zum Zeitpunkt der Münzausgabe im Jahr 1621 stand Wilhelm somit noch am Anfang seiner politischen Laufbahn. Seine spätere Herrschaft war eng mit den konfessionellen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges verbunden, in dem er entschieden für die protestantische Sache eintrat.
Das Prägejahr 1621 fällt zudem in die berüchtigte Kipper- und Wipperzeit, eine Phase schwerer Münzverschlechterung und inflationärer Verwerfungen im Heiligen Römischen Reich. Der Dreißigjährige Krieg verschärfte den Finanzbedarf der Territorialherren, während minderwertige Münzen zunehmend den Geldumlauf belasteten. Vor diesem historischen Hintergrund gewinnt der seltene Hersfelder Halbtaler eine besondere Bedeutung: Mit seiner ungewöhnlichen Bildsprache und dem eindringlichen Münzspruch vermittelt er einen faszinierenden Einblick in das politische und religiöse Spannungsfeld der frühen Jahre des Dreißigjährigen Krieges.
Mehr als vier Jahrhunderte nach seiner Entstehung hat dieser außergewöhnliche ½ Reichstaler nichts von seiner Faszination verloren. Seine Symbolik, die Geschichte des Münzherrn und seine extreme Seltenheit machen ihn zu einem herausragenden Zeugnis deutscher Numismatik. Solch eine Rarität ersten Ranges können wir aber natürlich nur ein einziges Mal anbieten!
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| Ausgabejahr: | 1621 |
| Ausgabeland: | Keine Angabe |
| Avers: | Bekröntes Hersfelder Wappen mit Mitra, Krummstab und Wappenmantel |
| Revers: | Schwurhand und Auge der Vorsehung |
| Erhaltung: | (vz+) Vorzüglich Plus |
| Feinheit: | (833) |
| Material: | Silber |
| Nominal: | 1/2 Taler |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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