Das Jahr 1937 hat für Münzensammler eine besondere Bedeutung: In diesem Jahr wurden Münzen mit dem Bildnis von Edward VIII. veröffentlicht, der im Dezember 1936 abdankte, noch bevor seine geplante Krönung im Jahr 1937 stattfinden konnte. Für die neue Regentschaft waren bereits Münzentwürfe vorbereitet worden, darunter auch Goldmünzen wie der Sovereign oder das 5-Pfund-Stück. Da Edward VIII jedoch auf den Thron verzichtete, wurden diese Münzen nicht offiziell ausgegeben. Sie existieren ausschließlich als Probeprägungen („Patterns“) und markieren damit einen einzigartigen Bruch zwischen Münzprägung und politischer Realität.
Die Goldmünzen aus Großbritannien aus dem Jahr 1937 sind nur ein Beispiel für die Vielfalt an Raritäten und Schätzen, die in der Kategorie „Münzen mit Grading“ bei Münzkurier gelistet sind. Wer diese Kategorie aufruft, findet sich in einer Schatzkammer der Numismatik wieder, in der Münzen zu finden sind, die ohnehin einen hohen Marktwert besitzen und durch ein so genanntes „Grading“ noch begehrter werden. Ein 20-Lewa-Stück aus Bulgarien aus dem Jahr 1912 als offizielle Neuprägung in höchster Prägequalität Polierte Platte, eine Goldmedaille aus der Weimarer Republik, ein Konventionstaler aus Silber aus dem Fürstentum Waldeck Pyrmont – in dieser Kategorie finden Sammler handverlesen das Feinste und Beste aus dem Tresor von Emporium.
Als international tätiges Handelshaus hat Emporium früh das Potenzial erkannt, welches sich für Sammler, aber auch für Anleger mit dem so genannten „Third Party Grading“ ergibt. Gemeint ist damit die unabhängige Bewertung von Münzen durch spezialisierte, externe Unternehmen. Diese prüfen eine Münze auf Echtheit und Erhaltungsgrad. Das Ergebnis wird in einer standardisierten Zustandsnote – meist auf einer numerischen Skala – dokumentiert. Die Münze wird anschließend in einer versiegelten, manipulationssicheren Kapsel („Slab“) eingeschlossen, die sowohl die Münze schützt als auch die Bewertung dauerhaft nachvollziehbar macht. Ziel dieses Verfahrens ist es, subjektive Einschätzungen zu reduzieren und eine international vergleichbare Qualitätsklassifikation zu schaffen.
Doch welche Vorteile bietet Third Party Grading für Sammler und Anleger konkret? Für Sammler erhöht Third Party Grading vor allem die Transparenz und Vergleichbarkeit: Der Erhaltungszustand ist klar definiert und unabhängig bestätigt, was insbesondere bei seltenen oder hochpreisigen Stücken relevant ist. Für Anleger kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu: Eine professionell bewertete und gekapselte Münze ist am Markt in der Regel leichter handelbar, da Vertrauen in Echtheit und Qualität besteht und Diskussionen über den Zustand weitgehend entfallen. In vielen Marktsegmenten kann ein anerkanntes Grading zudem die Liquidität erhöhen und Preisspannen verringern. Allerdings gilt auch hier: Das Grading ersetzt keine Marktkenntnis – Wertentwicklung, Nachfrage und Seltenheit bleiben entscheidende Faktoren.
Beim Third Party Grading werden mehrere Teilkategorien berücksichtigt, die gemeinsam in die Gesamtnote einfließen: die Echtheit der Münze, der Erhaltungsgrad als zusammenfassende Zustandsbewertung, die Oberflächenqualität mit Blick auf Kratzer, Abnutzung und Bagmarks, die Prägequalität und Schärfe der Details, die Prägefrische (Luster) bei unzirkulierten Stücken, die Zentrierung und der Randschlag, der visuelle Gesamteindruck („Eye Appeal“) sowie – je nach Metall – Farb- und Tonungseigenschaften; nicht alle Kriterien werden separat ausgewiesen, sondern sind häufig integraler Bestandteil der Endbewertung.
Während das Grading in den Vereinigten Staaten bereits seit Mitte der 1980er Jahre verbreitet ist und insbesondere durch die Grading-Dienstleister „NGC“ (Numismatic Guaranty Company) und „PCGS“ (Professional Coin Grading Service) vorangetrieben wird, ist es hierzulande ein vergleichsweise neuer Trend. Traditionell wird in der deutschen Numismatik lediglich zwischen „sehr schön“, „vorzüglich“ und „Stempelglanz“ unterschieden. Allerdings nimmt der Anteil der gegradeten Münzen am Markt in Deutschland stark zu, sie sind immer öfter in Online-Auktionen und auch in Saal-Auktionen zu sehen und viele der Münzen, die in den letzten Jahren neue Rekorde bei Auktionen aufgestellt haben, befinden sich in einem Grading-Slab. Insofern ist Grading vor allem für Anleger, die auch einen langfristigen Werterhalt anstreben und ihre Münzen im besten Falle mit einem stattlichen Wertzuwachs verkaufen möchten, eine ernstzunehmende Alternative geworden.
Welche Rolle spielt für Sie ein professionelles Grading bei seltenen oder hochpreisigen Münzen? Teilen Sie Ihre Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!