Imperator
Der Titel Imperator war in der römischen Republik ursprünglich eine militärische Ehrenbezeichnung für siegreiche (oberste) Feldherren. Er wurde meist auf Initiative der Truppen – seltener durch den Senat – verliehen, wenn ein Oberbefehlshaber einen bedeutenden Sieg errungen hatte. Mit dem Ruf „Salve Imperator!“ erkannten die Soldaten die herausragende Leistung ihres Anführers an und ehrten ihn mit diesem Titel.
In der römischen Kaiserzeit wurde Imperator zum festen Bestandteil der kaiserlichen Titulatur. Er diente nun weniger als spontaner Ehrentitel, sondern als Ausdruck des militärischen Führungsanspruchs des Kaisers. Jeder militärische Sieg konnte eine neue Ausrufung zum Imperator nach sich ziehen, was sich auf Münzen durch die Abkürzung IMP mit einer fortlaufenden Zählung niederschlug – etwa IMP II für die zweite oder IMP X für die zehnte Akklamation.
Bei Gaius Julius Caesar wurde Imperator schließlich als Namensbestandteil fest etabliert und durch Senatsbeschluss als erblich erklärt. Auch sein Nachfolger Octavian, der spätere Augustus, führte den Titel ab 38 v. Chr. als festen Bestandteil seines Namens.
Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Iteration des Imperatoren-Titels zunehmend automatisch jährlich fortgeschrieben, oft unabhängig von tatsächlichen Kriegserfolgen – ein Zeichen für die veränderte Bedeutung des Titels im Spätkaisertum.