Caesar
Caesar war ursprünglich der Beiname des römischen Geschlechts der Julier. Durch Gaius Julius Caesar, der diesen Namen berühmt machte, ging er auf seinen Adoptivsohn Octavian über – den späteren Kaiser Augustus. Dieser führte „Caesar“ nicht mehr als Familiennamen, sondern als Herrschertitel weiter. Auch seine Nachfolger im römischen Kaiseramt übernahmen den Namen als Zeichen ihrer legitimen Stellung.
Im Verlauf der römischen Kaiserzeit wandelte sich die Bedeutung des Titels. Ab der Zeit Kaiser Neros diente „Caesar“ zunehmend als Ehrenbezeichnung. Spätestens unter Hadrian wurde der Titel zum festen Bestandteil der römischen Thronfolge: Er bezeichnete nun den designierten Nachfolger des regierenden Kaisers, der selbst den Titel „Augustus“ trug. In der Tetrarchie unter Diokletian schließlich wurde „Caesar“ zum offiziellen Titel der Unterkaiser, also der nachgeordneten Herrscher innerhalb des Vierkaisersystems.
Der Name „Caesar“ wurde damit zu einem festen Bestandteil der römischen Herrschaftssymbolik und wirkte weit über das Römische Reich hinaus: Das deutsche Wort Kaiser und das slawische Zar leiten sich beide direkt von „Caesar“ ab und bezeugen die nachhaltige Bedeutung dieses Titels in der europäischen Herrschertradition.