Provinz Westfalen, staatl. Notgeld, 50 Millionen Mark 1923 (J.N27), Freiherr vom Stein - Alu
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50 Millionen Mark – spektakuläres Notgeld aus der Hyperinflation von 1923
Millionenbeträge auf einer Münze – was heute kaum vorstellbar erscheint, wurde während der Hyperinflation von 1923 bittere Realität. Innerhalb kürzester Zeit verlor die Mark einen Großteil ihrer Kaufkraft und immer höhere Nominale wurden notwendig. Aus dieser dramatischen Phase deutscher Geldgeschichte stammt die staatliche 50-Millionen-Mark-Notmünze der Provinz Westfalen. Ihr geradezu unglaublicher Nennwert ist der zweithöchste jemals auf einer deutschen Münze geprägte Wert und macht sie zu einem eindrucksvollen Zeitzeugen des damaligen Währungsverfalls.
Die 50 Millionen Mark der Jaeger-Nr. N27 wurden ausschließlich im Jahr 1923 aus Aluminium geprägt. Mit einem stattlichen Durchmesser von 44 mm besitzt die Notmünze eine beeindruckende Größe. Mit einer ursprünglichen Auflage von nur 78.464 Exemplaren ist das Stück heute entsprechend selten. Und in der hervorragenden Erhaltung „sehr schön / vorzüglich“ (ss/vz) überzeugt die Münze mit einem klar erhaltenen Prägebild und zahlreichen gut erkennbaren Details.
Auf der Vorderseite erhebt sich das Westfalenross auf seinen Hinterbeinen. Das steigende weiße Pferd ist seit Jahrhunderten eng mit Westfalen verbunden und bildete das Wappentier der damaligen preußischen Provinz. Unterhalb des Pferdes steht die enorme Wertangabe „50 Millionen Mk.“, während die Umschrift „Notgeld der Provinz Westfalen“ und das Ausgabejahr „1923“ das Motiv vollenden.
Die Rückseite erinnert an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der preußischen Geschichte: Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757–1831). Sein nach links gerichtetes Porträt wird von der Inschrift „Minister vom Stein · Deutschlands Führer in schwerer Zeit 1757–1831“ eingefasst. Als preußischer Staatsmann gehörte Stein zu den entscheidenden Köpfen der Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Unter anderem setzte er sich für die Aufhebung der bäuerlichen Erbuntertänigkeit und eine stärkere kommunale Selbstverwaltung ein.
Dass ausgerechnet sein Porträt auf dem westfälischen Notgeld erschien, hatte einen engen regionalen Bezug. Stein wurde im westfälischen Wetter an der Ruhr mit dem Bergbau vertraut und übernahm später leitende Aufgaben in der Verwaltung der westlichen preußischen Provinzen. Zugleich bot seine Biografie eine passende Parallele zur Entstehungszeit der Münze: Die Umschrift erinnert an einen Staatsmann, der Deutschland durch eine schwere Epoche führen wollte – während das Land 1923 erneut eine existenzielle wirtschaftliche Krise erlebte.
Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Westfalen weiterhin als Provinz zum Freistaat Preußen. Wie das gesamte Deutsche Reich wurde auch die Region von den wirtschaftlichen Verwerfungen der Nachkriegszeit erfasst. Reparationslasten, Staatsverschuldung und eine immer schneller wachsende Geldmenge ließen den Wert der Mark schließlich nahezu zusammenbrechen. Im Laufe des Jahres 1923 wurden aus Tausenden erst Millionen und schließlich Milliarden und Billionen. Preise konnten sich innerhalb kürzester Zeit vervielfachen, während Löhne möglichst schnell ausgegeben werden mussten, bevor sie weiter an Kaufkraft verloren.
In dieser Situation gab die Landesbank der Provinz Westfalen eine ganze Reihe eigener Notgeldprägungen heraus. Besonders eindrucksvoll dokumentiert die 50-Millionen-Mark-Münze, wie absurd die Dimensionen der Inflation geworden waren: Ein Nominal, das wenige Jahre zuvor für ein unvorstellbares Vermögen gestanden hätte, musste nun auf ein Zahlungsmittel des täglichen Wirtschaftslebens geprägt werden. Und selbst die 50 Millionen Mark markierten noch nicht das Ende – mit der westfälischen 1-Billion-Mark-Prägung wurde der Nennwert später nochmals um ein Vielfaches übertroffen.
Heute wirkt die gigantische Wertangabe wie eine Zahl aus einer anderen Welt. Gerade darin liegt der besondere Reiz dieser über 100 Jahre alten Notmünze: Sie macht den dramatischen Wertverlust der Mark unmittelbar sichtbar und verbindet ihn mit dem Westfalenross und dem Porträt des Freiherrn vom Stein zu einem außergewöhnlichen Zeugnis deutscher Wirtschafts- und Geldgeschichte.
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| Ausgabejahr: | 1923 |
| Ausgabeland: | Provinz Westfalen |
| Durchmesser (mm): | 44.0 |
| Erhaltung: | (ss/vz) Sehr schön / vorzüglich |
| Feinheit: | Keine Angabe |
| Material: | Aluminium |
| Nominal: | 50 |
| Raugewicht (g): | 8,0 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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