Frankreich, Herzogtum Burgund, Denar 1079-1103, Herzog Odo I. Borel - Silber
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Ein fast 1.000 Jahre alter Silberschatz aus Burgund
Ein faszinierendes Zeugnis aus der Zeit der Ritter, Burgen und Kreuzzüge: Dieser außergewöhnliche Silberdenar aus dem französischen Herzogtum Burgund führt uns zurück ins Hochmittelalter, als mächtige Feudalherren um Einfluss und Territorien kämpften und die ersten Kreuzfahrer ins Heilige Land aufbrachen. Die historische Münze wird traditionell Herzog Odo I. Borel (1079–1103) zugeschrieben, einem bedeutenden Herrscher aus dem Hause Burgund, dessen Lebensgeschichte eng mit den dramatischen Ereignissen der Kreuzzüge verbunden ist. Mit ihrer charakteristischen mittelalterlichen Symbolik und ihrer jahrhundertealten Geschichte vermittelt diese Silberprägung einen unmittelbaren Eindruck von einer Epoche, die Europa nachhaltig veränderte.
Der Denar wurde in der herzoglichen Münzstätte Dijon, dem politischen und wirtschaftlichen Zentrum Burgunds, aus Silber geprägt. In der Erhaltung „sehr schön“ (ss) begeistert er mit gut erkennbaren Münzbildern und Umschriften, die trotz sichtbarer Umlaufspuren ihre charakteristische Gestaltung bewahrt haben. Dabei handelt es sich um einen klassischen Erhaltungszustand, in dem viele mittelalterliche Feudalmünzen nach fast 1.000 Jahren überdauert haben. Gerade die authentischen Gebrauchsspuren verleihen diesem Silberstück seinen besonderen Charme: Es war kein repräsentatives Schaustück, sondern ein tatsächlich verwendetes Zahlungsmittel des Hochmittelalters, das einst durch die Hände von Kaufleuten, Handwerkern und Kreuzrittern ging.
Die Vorderseite zeigt ein charakteristisches Symbol der burgundischen Münzprägung: die sogenannte Anille, die aus zwei spiegelbildlich angeordneten, geschwungenen Formen besteht und häufig als stilisierter Maueranker gedeutet wird. Dieser war ursprünglich ein eiserner Beschlag, der zur Stabilisierung von Gebäuden diente. In der numismatischen Symbolik wird er häufig mit Festigkeit, Beständigkeit und Schutz in Verbindung gebracht. Somit könnte er auf den burgundischen Denaren die Sicherheit und Wehrhaftigkeit der herzoglichen Residenz Dijon verkörpert haben. Oberhalb und unterhalb der Anille befindet sich jeweils ein kleiner Punkt – diese werden als Beizeichen oder auch Münzmeisterzeichen interpretiert. Die lateinische Umschrift „ODO DVX“ bedeutet „Herzog Odo“ und nennt damit den Münzherrn dieser Prägung.
Auf der Rückseite erscheint ein gleicharmiges Kreuz, dessen kräftige Balken sich zu den Enden hin verbreitern. Es zählt zu den wichtigsten Symbolen mittelalterlicher Münzkunst und verweist auf die enge Verbindung zwischen christlichem Glauben und weltlicher Herrschaft. Umgeben wird es von der lateinischen Umschrift „DIVIONENSIS“, die sich auf die Stadt Dijon bezieht und damit die Herkunft aus der bedeutenden burgundischen Münzstätte verdeutlicht.
Die schlichte, aber ausdrucksstarke Gestaltung beider Münzseiten ist typisch für die romanische Epoche, in der wenige prägnante Symbole ausreichten, um die Autorität des Münzherrn und die Herkunft seines Geldes kenntlich zu machen.
Eine besonders spannende Frage betrifft die numismatische Zuordnung dieses Denars. Denn die Vorderseitenumschrift nennt lediglich „ODO DVX“ – „Herzog Odo“, ohne zwischen den verschiedenen Herrschern dieses Namens zu unterscheiden. Im Herzogtum Burgund regierten innerhalb weniger Jahrzehnte mehrere Herzöge namens Odo, darunter Odo I. Borel (1079–1103) und Odo II. (1143–1162). Hinzu kommt, dass mittelalterliche Münzstätten erfolgreiche Münzbilder häufig über Generationen hinweg nahezu unverändert weiterverwendeten. Solche sogenannten erstarrten Münztypen erschweren die eindeutige Zuordnung einzelner Prägungen. Während der Denar traditionell Odo I. zugeschrieben wird, findet sich in der älteren numismatischen Literatur auch eine Zuordnung zu Odo II. Ob ein einzelnes Exemplar tatsächlich um 1100 oder erst einige Jahrzehnte später geprägt wurde, lässt sich daher nicht immer zweifelsfrei feststellen. Gerade diese Besonderheit macht die Beschäftigung mit mittelalterlichen Münzen zu einer faszinierenden historischen Spurensuche.
Die Geschichte Burgunds im ausgehenden 11. Jahrhundert wurde wesentlich von Herzog Odo I. Borel geprägt. Er übernahm 1079 die Herrschaft über das Herzogtum und gehörte zu den einflussreichen Fürsten seiner Zeit. Obwohl er ein tiefreligiöser und auch kriegerischer Herrscher war, weigerte er sich zunächst am Ersten Kreuzzug (1096) teilzunehmen, schloss sich jedoch dem späteren Kreuzzug von 1101 an, in dessen Verlauf er 1102 in Tarsos in Kilikien starb.
Um diese kostspieligen Züge ins Heilige Land zu finanzieren, waren erhebliche Geldmittel erforderlich. Daher liefen die herzoglichen Münzstätten wie jene in Dijon auf Hochtouren – denn Silberdenare wie dieser bildeten die harte Währung des Mittelalters, mit der Ritter entlohnt, Waffen erworben und Proviant bezahlt wurden. Zugleich waren sie im alltäglichen Handel unverzichtbar und verbanden die wirtschaftlichen Interessen der Feudalherren mit dem Leben der Bevölkerung. Damit steht dieser kleine Denar stellvertretend für eine Epoche, in der sich politische Macht, wirtschaftliche Entwicklung und religiöse Überzeugungen auf vielfältige Weise miteinander verbanden.
Lassen Sie sich dieses Original des Hochmittelalters daher nicht entgehen und bestellen Sie den Silberdenar aus dem Herzogtum Burgund am besten noch heute!
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| Ausgabeland: | Königreich Frankreich |
| Durchmesser (mm): | 18.0 |
| Erhaltung: | (ss) Sehr schön |
| Feinheit: | (-) |
| Material: | Silber |
| Nominal: | 1 |
| Prägezeitraum von: | 1079 |
| Prägezeitraum bis: | 1103 |
| Raugewicht (g): | 0,9 |
| Veredelung: | ohne Veredelung |
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