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Papiergold: Eine umstrittene Wette auf fiktives Gold

Papiergold: Eine umstrittene Wette auf fiktives Gold

In den vergangenen Jahren war immer wieder ein erstaunliches Phänomen auf dem Edelmetallmarkt zu beobachten: Während der Goldpreis in der Kursanzeige der einschlägigen Finanzportale stark unter Druck stand, war eine Rekordnachfrage bei Edelmetallhändler zu beobachten. Häufig kam es zu Wertverlusten in der Nacht zwischen zwei Handelstagen, während die wichtigsten Börsen der Welt geschlossen waren. Meist ist nach solchen auffälligen Preisbewegungen ein Begriff in den Markt berichten zu lesen: Spekulationen mit „Papiergold“ sollen als Begründung herhalten. 

Was steckt dahinter?

Als „Papiergold“ werden Finanzmarktprodukte bezeichnet, welche die Möglichkeit bieten, auf steigende Goldkurse zu setzen, ohne physisches Edelmetall zu besitzen. Unter diesem Sammelbegriff werden Derivate wie beispielsweise Futures oder Optionsscheine, Zertifikate oder Goldkonten bezeichnet. Diese Produkte haben üblicherweise gemeinsam, dass sie einen theoretischen Anspruch auf eine bestimmte Goldmenge verbriefen. Allerdings ist Papiergold darauf ausgerichtet, dass nur ein geringer Anteil der Marktteilnehmer auch tatsächlich auf eine Auslieferung seines Goldes besteht.

Nachteile von Papiergold

Auf den ersten Blick hat Papiergold einige Vorteile: Anleger können jederzeit einen beliebigen Geldbetrag in Gold investieren und müssen sich nicht an den typischen Größeneinheiten der klassischen Anlagemünzen oder Goldbarren orientieren. Sie müssen sich auch keine Gedanken über die Lagerung und Versicherung ihrer Schätze machen. Zudem winken bei vielen Produkten zusätzliche Gewinne, welche mit einer Wertsteigerung auf dem Weltmarkt allein nicht zu erreichen wären.
Hier wird jedoch bereits deutlich, welche Probleme bei Papiergold entstehen: Insbesondere bei so genannten „Hebelzertifikaten“, bei dem die Gewinne oder Verluste vervielfältigt werden, muss die Frage erlaubt sein, ob es sich hierbei nicht längst um Zockerei handelt. Zudem hat der Handel mit Geldmarktpapieren auf Goldbasis inzwischen ein Volumen angenommen, welches einem vielfachen des weltweit verfügbaren Goldes entspricht. Im Klartext: Würden alle Anleger, welche ein Papier mit der Aufschrift Gold besitzen, den Gegenwert in Gold einfordern, gäbe es nicht genügend Münzen und Barren auf der Welt.

In der Krise zum Edelmetallhändler

Wie instabil dieses System inzwischen geworden ist, zeigte sich in diesem Jahr während der Corona-Pandemie eindrucksvoll. Als die Finanzmärkte von dem Lockdown in vielen Ländern der Welt überrascht wurden, stürmten Investoren förmlich die Edelmetallhändler. Viele Geschäfte waren restlos ausverkauft. Die Folge: Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage stiegen die Preise für physische Produkte massiv an, während der Weltmarktpreis für Gold konstant blieb. Die einfache Erklärung: Während sich Papiergold beliebig vermehren lässt, war echtes Gold zur Mangelware geworden und die Marktteilnehmer waren bereit, für physische Ware einen Aufpreis zu bezahlen. So gab es zwischenzeitlich zwei verschiedene Preise für Gold.

Der Zwischenfall an der New Yorker Terminbörse im Frühjahr dieses Jahres unterstreicht, dass Privatanleger sich auf das physische Investment konzentrieren sollten. Denn im Krisenfall verhält es sich mit Papiergold wie mit Papiergeld: Es ist im schlimmsten Fall nur noch das Papier wert, auf dem es gedruckt ist. Zudem kann es zu einem Totalverlust kommen, wenn der Emittent des Goldpapiers zahlungsunfähig wird. Ebenso können die Papiere auf null fallen, wenn sie sich in die entgegengesetzte Richtung entwickeln - also wenn beispielsweise der Goldpreis fällt, obwohl der Anleger auf steigende Preise gesetzt hat.

Wer dennoch sein Geld in Papiergold stecken möchte, sollte stets im Hinterkopf behalten, dass dieses Investment hochspekulativ ist. Auf Hebelprodukte und andere komplizierte Finanzkonstrukte sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Außerdem ist es ratsam, einen sogenannten „Stop-Kurs“ einzurichten. Hierbei wird das Papier verkauft, wenn es eine bestimmte Preisschwelle unterschreitet. So werden Verluste begrenzt, wenn der Goldpreis überraschend unter Druck gerät. Zudem ist darauf zu achten, ob mit dem Kauf eines solchen Papiers auch tatsächlich der Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold verbunden ist.

Steuervorteil

Beim Investment in Papiergold ist zudem ein weiteres Detail zu beachten, welches für alle Geldmarktprodukte gilt. Beim Weiterverkauf wird die Abgeltungssteuer fällig, sodass mindestens ein Viertel des Gewinns vom Fiskus einbehalten wird. Edelmetall-Investoren genießen dagegen einen Steuervorteil, wenn sie physisches Gold kaufen. Hier ist der Gewinn nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei.

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