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Der Krügerrand aus Südafrika: Wie eine unscheinbare Münze zur goldenen Ersatzwährung wurde

Der Krügerrand aus Südafrika: Wie eine unscheinbare Münze zur goldenen Ersatzwährung wurde
Das Motiv dürfte beim flüchtigen Blick in die Auslage eines gut sortierten Edelmetallhändlers gar nicht weiter auffallen: Ein graziler Springbock in naturgetreuer Pose, daneben viel freie Fläche, auf der Rückseite ein bärtiger Politiker - zugegeben, einen Preis für Kreativität hätte diese Goldmünze nicht unbedingt verdient. Umso erstaunlicher ist, dass ihre Gestaltung seit über 50 Jahren nicht verändert wurde - doch wohl genau deshalb ist der Krügerrand in aller Welt bekannt und beliebt. Und sowohl Sammler als auch Anleger vermissen wohl bis heute keine numismatischen Spezialeffekte auf der Münze, denn beim Krügerrand zählt vor allem eins: Der Goldgehalt.
 
Der Krügerrand aus Südafrika hat sich zu einer wahren Investment-Legende entwickelt. Nachdem die Münze erstmals im Jahr 1967 auf den Markt gekommen war, gelten der Springbock sowie das Bildnis des südafrikanischen Politikers Paul Krüger inzwischen als Inbegriff des modernen Edelmetall-Investments. Dies war zum Zeitpunkt der Geburt des Krügerrand allerdings noch nicht absehbar: Gold war als Anlageklasse nur für Insider interessant, zudem verhinderten die Beschränkungen infolge des Bretton-Woods-Abkommens und insbesondere der feste Umtauschkurs in US-Dollar einen florierenden Handel mit Anlagemünzen in Gold. Wer in den späten sechziger Jahren sein Geld in Gold anlegen wollte, musste auf historische Handelsmünzen wie beispielsweise die Kronen und Dukaten aus Österreich oder auf Goldmark-Münzen aus dem Kaiserreich zurückgreifen.
 
Weil kaum jemand die unterschiedlichen Gewichte und Feinheiten dieser historischen Goldmünzen aus dem Stehgreif beherrschte, fand die Idee der Rand Refinery, eine standardisierte und in der Numismatik bereits bekannte Gewichtseinheit für Anlageprodukte zu etablieren, großen Anklang: Der Krügerrand wurde in einer einheitlichen Größe geprägt, das Gewicht lag bei einer Feinunze, also 31,10 Gramm. Auf einen Nennwert verzichteten die Südafrikaner, denn der Krügerrand sollte nie als Zahlungsmittel in den Umlauf gelangen. Trotzdem handelt es sich bei der Investment-Münze um ein Zahlungsmittel und es ist bis heute theoretisch möglich, den Krügerrand an der Supermarktkasse in Südafrika einzusetzen.
 
In der Rückschau hat die Rand Refinery einen goldrichtigen Riecher bewiesen, denn nur wenige Jahre nach der Erstausgabe zerbrach das System von Bretton Woods und der Goldpreis wurde nach vielen Jahrzehnten endlich wieder frei auf dem Markt gehandelt. Die Notierung für Gold explodierte förmlich, ebenso wie die Nachfrage nach der Anlagemünze aus Südafrika. Nachdem im Jahr 1967 nur eine geringe fünfstellige Menge geprägt wurde, erreichte der Krügerrand Anfang der siebziger Jahre erstmals eine Auflage von über 1 Million Stück pro Jahrgang. Die Münze aus Afrika war auch in Deutschland bei Banken und Sparkassen zu bekommen und einzelne Anleger entdeckten Gold für sich. Doch auch weiterhin war die Wertanlage mit Goldmünzen weit von einem Mainstream-Investment entfernt.
 
Die Erfolgsgeschichte des Garant hätte im Laufe der siebziger und achtziger Jahre ohne Pause weitergehen können, doch die restriktive Apartheid-Politik der südafrikanischen Regierung sorgte für eine Zwangspause beim Siegeszug des Springbocks. Viele Länder der Erde, darunter in Europa, verhängten ein Handelsembargo und der Krügerrand wurde zwischenzeitlich nur für den heimischen Markt geprägt. Die Münzen aus den Jahrgängen ab Mitte der achtziger Jahre sind heutzutage absolute Gold-Raritäten. Erst nach der Jahrtausendwende konnte Südafrika an alte Erfolge anknüpfen. In der Zwischenzeit hatten andere Prägestätten aus Kanada, Mexiko, den USA und seit 1989 auch aus Österreich versucht, einen Kuchen vom boomenden Markt des Edelmetall-Investments für sich zu gewinnen.
 
Offenbar hatten viele Anleger, welche zu früheren Zeiten auf den Krügerrand gesetzt hatten, das legendäre Motiv jedoch nicht vergessen und nach dem Ende der Apartheid-Politik nahm die Nachfrage nach den Anlagemünzen aus Südafrika wieder zu - nicht zuletzt, weil die Rand Refinery seit 1980 auch kleinere Stückelungen des Krügerrand mit einem Gewicht von einer halben Unze, einer Viertelunze und einer Zehntelunze auf den Markt gebracht hat und somit Anlegern ermöglichte, ihr Investment in beliebig kleine Einheiten zu teilen.
 
Spätestens mit dem Beginn der jüngsten Edelmetall-Hausse infolge der Finanzkrise, die seit den Jahren 2008 und 2009 bis heute anhält, ist der Krügerrand die unangefochtene Nummer 1 in der Welt des Edelmetall-Investments. Im Jahr 2017 wurden Sammler und Anleger in Deutschland zu Zeugen eines historischen Ereignisses, als Südafrika zum Gastland der World Money Fair in Berlin ernannt wurde. Auf dieser rauschenden Party erfüllten die Südafrikaner ihren Fans einen lang gehegten Wunsch: Erstmals wurde ein Krügerrand in Silber geprägt. Die Münze wurde ursprünglich nur für Sammler entwickelt, doch die Nachfrage nach dem Silber-Krügerrand war so groß, dass seit dem Jahr 2018 eine Bullion-Münze in limitierter Auflage für Anleger hergestellt wird. Diese Prägung hat sich in kürzester Zeit zu einem Bestseller entwickelt, wofür wohl nicht zuletzt die hohe Bekanntheit des „großen Bruders“ aus Gold verantwortlich ist.
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